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Sebastian Kneipp - Entdecker eines ganzheitlichen Naturheilverfahrens

Sicher wird Ihnen der Begriff „Kneipp“ geläufig sein. In jeder Kuranstalt gehört sein Gesundungskonzept zum Tagesprogramm. Doch wer genau war dieser Kneipp? Und was veranlasste ihn zu dieser grandiosen Entdeckung, die schon so vielen Menschen das Leben gerettet oder zumindest verbessert hat?

Sebastian Kneipp wurde als Sohn eines Webers am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren geboren. Er wuchs in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, und musste bereits mit 11 Jahren zum Familienunterhalt beitragen. Obwohl er ebenfalls das Handwerk des Webers erlernte, war sein heimlicher Wunsch immer zu studieren und Priester zu werden. Nach Eintritt ins Gymnasium im Jahre 1844, schaffte er es letztendlich auch – trotz seiner finanziellen Situation – zu studieren. Da er selber schwer erkrankte – die Ärzte hatten ihn bereits abgeschrieben – begann er auf eigene Faust sich mit einer Naturheilmethode auseinander zu setzen, und diese an sich selbst zu erproben. Ein Studienkollege – ebenfalls schwer erkrankt – unterstützte ihn dabei. Dass beide wieder völlig gesund wurden, sprach nun für diese Heilmethode. Nach dem Studium wurde Sebastian Kneipp 1852 zum Priester geweiht, und er beschloss notleidenden Menschen zu helfen.

Kneipp erkannte das Zusammenspiel von Nahrung und Bewegung und deren Wirkung auf den Menschen, er befasste sich außerdem mit der Heilkraft der Pflanzen. Aus diesem Wissen heraus entwickelte er eine Kur und kurierte damit zahlreiche Menschen. Die Zahl der Kurgäste wuchs ebenso schnell wie sein Ruhm. Kneipp hätte sich damit wunderbar bereichern können, doch er nahm kein Geld für sich und lebte eher bescheiden.

Kneipps Heilmethoden sind sehr einfach zu befolgen. Zur allgemeinen Abhärtung und Stärkung reicht schon das Taulaufen. Davor sollten die Beine erwärmt werden, etwa durch Laufen oder Gymnastik. Dann geht man etwa drei bis fünf Minuten durch taufeuchtes Gras, zieht trockene Strümpfe an und wärmt seine Füße durch Laufen oder Gymnastik. Diese Übung ist bei Kopfschmerzen, Krampfadern und Schweißfüßen zu empfehlen.

Das Wassertreten funktioniert ähnlich: Die Vorbereitung bleibt gleich wie beim Taulaufen, doch man füllt eine Badewanne oder ähnliches bis eine Handbreit unter die Kniekehlen mit leitungskaltem Wasser. Dann stellt man sich in das Wasser und schreitet auf der Stelle wie ein Storch – also, ein Bein völlig herausgezogen und dabei die Fußspitze etwas nach unten gebeugt wird. Die Dauer des Wassertretens soll zuerst nur 10 bis 20 Sekunden dauern, bis ein leichtes Schmerz¬gefühl zu verspüren ist. Später tritt dieses Schmerzgefühl erst nach 30 bis 60 Sekunden ein. Danach streift man das Wasser einfach mit den Händen von den Beinen, und sorgt durch Fußgymnastik oder Gehen für ein angenehmes Wärmegefühl.

Beim so genannten Luftbad wird ein Teil des Körpers, oder aber auch der ganze Körper, unbekleidet der Luft ausgesetzt. Das Luftbad ist, je nach Lufttemperatur und Luftzirkulation, zeitlich zu bemessen und zu beenden, bevor ein Frösteln auftritt. Die ideale Temperatur für das Luftbad liegt bei 4 bis 18°C. Anschließend ankleiden und für Wärme sorgen. Diese Methode ist hautpflegend, appetit- und stoffwechselanregend.