Die Bezeichnung der alternativen Heilmethode Akupressur stammt aus dem Lateinischen und ist eine Zusammensetzung der Worte acus, was Nadel bedeutet und premere, was drücken bedeutet. Der Unterschied zur Akupunktur liegt darin, dass bei einer Akupunktur mit Nadeln gearbeitet wird, die die Akupunktur Meridiane aktivieren sollen – bei der Akupressur dagegen wird diese Aktivierung der Meridiane durch Druck der Hände ausgeübt. Die Basis für die Akupressur liegt in der traditionellen Chinesischen Medizin, in der die Meridian-Lehre eine wichtige Rolle spielt. Wie viele anderen alternativen Heilmethoden gilt die Akupressur nicht als in der Schulmedizin anerkannt, da laut dieser die Existenz dieser Meridiane und Druckpunkte nicht nachgewiesen sei. Der größte Unterschied zwischen der Allgemeinmedizin und der Alternativmedizin liegt aber sicherlich darin, dass bei den alternativen Heilmethoden die Ursache der Beschwerden eliminiert wird – wogegen die Schulmedizin in erster Linie die Symptome lindert, damit die Patienten sofort schmerz- und beschwerdefrei sind. Dabei ist auch gerade die Akupressur eine Möglichkeit, auftretende Schmerzen schnell oder gar sofort zu lindern oder zu eliminieren und das ganz ohne jegliche Nebenwirkungen.
Gerade die Akupressur ist eine Heilmethode, die sogar jeder selbst anwenden kann, wenn derjenige über die entsprechenden Druckpunkte informiert ist. So kann zum Beispiel bei einer Druckmassage entlang der Ohrmuscheln der gesamte Körper aktiviert werden. Wer die genauen Druckpunkte kennt, kann somit aber auch Schmerzen oder Beschwerden ausschalten.
Für die Akupressur werden keinerlei Geräte oder Hilfsmittel benötigt – für die Akupressur ist nur der Druck durch die Hände notwendig. Allerdings erfordert die Akupressur, wenn diese durch Laien selbst angewendet wird, einige Kenntnisse grundlegender Regeln in der Lehre der Meridiane, um auch tatsächlich auf die richtigen Punkte am Körper den entsprechenden Druck auszuüben.
Die Lehre der Meridiane in der Chinesischen Medizin geht von einer Reihe von Meridianen aus, die als unsichtbare Linien durch den Körper verlaufen und in denen die Lebensenergie zirkuliert. Dabei sind jedem Meridian mehrere, bestimmte Punkte zugeordnet, über die der Energiefluss besonders effektiv stimuliert werden kann. Bei der Lehre der Meridiane spielt auch die Lehre über die fünf Elemente eine wichtige Rolle, die einigen der wichtigsten Körperregionen zugeordnet werden. Durch die Stimulation der Meridiane wird auch gleichzeitig Einfluss auf die Körperorgane ausgeübt, deren Funktion durch die Akupressur aktiviert und stimuliert werden kann.
Wer sich bei einem Experten über die wichtigen Punkte der Akupressur informiert hat, kann dabei durchaus die Akupressur auch in Selbstbehandlung durchführen. Dennoch ist es wichtig, einen Experten an der Hand zu haben, der dabei um Rat gefragt werden kann – zum Beispiel ein Heilpraktiker oder eine Heilpraktikerin. Nur durch eine gezielte Information durch die Experten kann verhindert werden, dass die falschen Meridianpunkte aktiviert und stimuliert werden und dass der gewünschte Heilungserfolg deswegen ausbleibt. Die beste Möglichkeit, eine Akupressur durchzuführen, ist im Bett liegend, was für entsprechende Ruhe und Entspannung sorgt, denn diese beiden Faktoren stellen wichtige Aspekte bei der Akupressur dar. Vor Beginn der Ausübung von Druck auf die vom Experten genannten Druckpunkte sollte erst einmal ein paar Minuten entspanntes Atmen vorausgehen. Dabei ist ein Liegen im Bett für eine Akupressur natürlich nicht zwingend notwendig, diese Lage fördert nur die wichtige Entspannung. Die Akupressur kann selbstverständlich auch sitzend – zum Beispiel im Büro – durchgeführt werden, falls Beschwerden, wie Kopfschmerzen oder Rückenschmerzen, auftreten, die kurzfristig gelindert werden müssen, um sich wieder voll auf die Arbeit konzentrieren zu können.
Die Punkte, auf die bei der Akupressur Druck ausgeübt werden muss, können dabei durch Abtasten der bekannten Meridian-Druckpunkte gefunden werden. Gerade diese Punkte, bei denen bei Druck Schmerzen auftreten sind dann exakt die Punkte, die für die Akupressur wichtig sind – denn dort liegt die Blockade es Energieflusses vor, die es zu lösen gilt. Dabei gibt es aber auch Fälle, in denen bei den vom Experten genannten Punkten keine Schmerzen auftreten. In diesem Fall sollte der Druck dann einfach auf die Punkte gemäß Rat der Experten erfolgen. Für den Fall, dass der falsche Punkt aktiviert wird, schadet dies schließlich nicht – es kann lediglich sein, dass nicht die gewünschte Wirkung eintritt. Hinsichtlich der Häufigkeit der Eigenbehandlung mit Akupressur sind keine bestimmten Regeln vorgeschrieben – so kann zum Beispiel generell morgens vor dem Aufstehen bereits eine Akupressur angewandt werden. Aber auch eine Behandlung nach Bedarf, bei akut auftretenden Schmerzen ist möglich – wichtig ist es eben nur, die notwendigen Meridian-Punkte zu kennen.
Bei der Durchführung der Akupressur werden die Fingerkuppen fest auf den gezielten Punkt aufgelegt und dieser mit kreisenden Bewegungen stimuliert. Dabei darf ein so starker Druck ausgeübt werden, dass dieser auch einen leichten Schmerz verursachen kann – es darf allerdings keinesfalls zu schmerzhaft sein, dann lieber der Druck verringern. Die Dauer der Druckausübung kann dabei zwischen 10 und 30 Sekunden liegen – hier entwickelt jeder ein Gefühl dafür, wie lange die Behandlung dauern muss. Oftmals kann es so gehandhabt werden, dass der Druck, der einen leichten Schmerz verursacht, so lange ausgeübt wird, bis der Schmerz nachlässt oder gar ganz verschwindet. Wer sich einige Zeit intensiv mit Akupressur beschäftigt, lernt die bestimmten, wichtigen Punkte an seinem Körper selbst kennen und bekommt auch selber ein Gefühl, dafür, wann und wie lange eine Druckausübung erfolgen soll.